Headpic die Region Markgräflerland

Zeittafel der bewegten Geschichte des Markgräflerlandes


Das Markgräflerland blickt auf eine lange und sehr bewegte Geschichte zurück. Nicht zuletzt wegen seiner Lage im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz spiegelt es auch die gesamteuropäische Historie wider. Durch ihre Namensgeber, den badischen Markgrafen, ist die Region zudem eng mit der Geschichte des Landes Baden verbunden.


Unsere umfangreiche Zeittafel präsentiert einprägsam und kompakt die Geschichts- daten und ist in vier räumliche Dimensionen gegliedert: Europäische/Deutsche Geschichte, Badische/Markgräfler Geschichte. Damit möchten wir nicht nur ein Über- blick über wichtige historische Ereignisse in der Region bieten, sondern auch deren Bedeutung für die europäische und badische Geschichte verdeutlichen.

Die Zeittafel erstreckt sich derzeit bis zur Badischen Revolution (1849/49), sie wird jedoch laufend ergänzt und erweitert.

Alt-, Mittel- und Jungsteinzeit | Bronze- und Eisenzeit

Römische Kaiserzeit | Frühes Mittelalter | Hohes Mittelalter | Spätes Mittelalter

Frühe Neuzeit I | Frühe Neuzeit II | Neuere und neuste Zeit



Altsteinzeit (2 Mio. - 9.500 v. Chr.)


Europäische/Deutsche Geschichte Badische/Markgräfler Geschichte
vor ca.
1,8 Mio. Jahren
Frühe Vertreter der Gattung Homo (Homo habilis, Homo errectus) leben im heutigen Georgien.
vor ca.
600.000 Jahren
Der Homo heidelbergensis lebt in Europa.
vor ca.
130.000 -
30.000 Jahren
Der Neandertaler lebt in Europa. Vor ca. 35.000 Jahren sind auch im Markgräflerland Jäger und Sammler unterwegs.

Mittelsteinzeit (9.500 - 5.500 v. Chr.)


Europäische/Deutsche Geschichte Badische/Markgräfler Geschichte
vor ca.
10.000 Jahren
Gegen Ende der letzten Eiszeit findet in Europa eine stetige Wiederbewaldung statt.

Jungsteinzeit (5.500 - 2.200 v. Chr.)


Europäische/Deutsche Geschichte Badische/Markgräfler Geschichte
vor ca.
7.500 Jahren
Den Übergang von der Mittel- zur Jungsteinzeit markiert der grundlegende Wandel vom Sammler und Jäger hin zur Sesshaftigkeit, Ackerbau und Viehzucht.
ca. 4.330 - 3.990 v. Chr.
In Höhlen bei Kleinkems, einem Ortsteil von Efringen-Kirchen, wird Feuerstein bergmännisch abgebaut.
ca. 3.300
v. Chr.
Der Gletschermann "Ötzi" lebt im Ötztal in Österreich.

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Bronzezeit (2.200 - 800 v. Chr.)


Europäische/Deutsche Geschichte Badische/Markgräfler Geschichte
ca. 1.500
v. Chr.
Indoeuropäische Einfälle nach Europa, darunter die Urkelten in Süddeutschland und Ostfrankreich. Auch das Markgräflerland befindet sich im Siedlungsgebiet der Urkelten, auch Protokelten genannt.

Frühe Eisenzeit (800 - 450 v. Chr.)


Europäische/Deutsche Geschichte Badische/Markgräfler Geschichte
ca. 750 - 450
v. Chr.
Aus der Urnenfelderkultur entsteht eine einheitliche Kultur, die erste typische keltische Gesellschaft. Spuren keltischer Siedler lassen sich im ganzen Gebiet des Markgräflerlands finden.

Späte Eisenzeit (450 - 30 v. Chr.)


Europäische/Deutsche Geschichte Badische/Markgräfler Geschichte
ca. 475 - 50
v. Chr.
Die Kelten der Latene Periode (ca. 475-15 v. Chr.) stellen, mit Fernhandelsbeziehungen und kulturellen Verbindungen zum Mittelmeerraum, die ersten “Europäer” nördlich der Alpen dar.
ca. 250 - 60
v. Chr.
Im keltischen Einflussbereich bilden sich große stadtartige Zentren mit bis zu 5.000-10.000 Einwohner! Im ganzen Gebiet des südlichen Oberrheins werden diese Oppida genannten Zentren der Kelten gegründet.
58 v. Chr. Helvetierzug und "helvetische Einöde"
vor ca.
600.000 Jahren
Gallischer Krieg Cäsars in dessen Folge ganz Gallien von den Römern erobert wird.

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Römische Kaiserzeit (27 v. Chr. - 476 n. Chr.)


Europäische/Deutsche Geschichte Badische/Markgräfler Geschichte
27 - 14 v. Chr. Regentschaft Augustus. Beginn der Kaiserzeit
15 v. Chr. Alpenfeldzug gegen die Räter unter Tiberius und Drusus. Die Voralpenregion wird dem römischen Reich einverleibt.
12 - 9 v. Chr. Germanenfeldzüge des Drusus. Die ersten Militärlager werden errichtet (z.B. in Speyer)
9 - 7 v. Chr.
Germanenfeldzüge des Tiberius. Es wird vermutet, dass in deren Folge Vangionen, Nemeter und Triboker von den Römern am Oberrhein angesiedelt wurden.
9 Varusschlacht bei Kalkriese. Ein Achtel des römischen Gesamtheeres wird vernichtet.
um 50
Die Römer durchdringen das rechtsrheinische Vorland zwischen Mainz und Basel. Die Rheingrenze wird mit Auxiliarlagern (Kastell für Hilfstruppen) gesichert und germanische Sueben als Hilfsvölker angesiedelt.
75
Die Römer entdecken heilende Quellen in Badenweiler und bauen Bäder. Davon zeugt heute noch die römische Badruine, die unweit der modernen Cassiopeia Therme zu besichtigen ist.
um 90 Die römische Provinz Germania Superior („Obergermanien“) wird eingerichtet. Sie umfasst Teile der heutigen Schweiz, Frankreichs und des südwestlichen Deutschlands.
um 100
Der römische Kaiser Trajanus baut eine Heerstraße von Augusta Rauracorum (Kaiseraugst, CH) in den südlichen Schwarzwald.
117 Größte Ausdehnung des Römischen Reichs unter Kaiser Trajanus. Der Limes markiert die Grenze zu den germanischen Stämmen.
ab 200 Die Gruppe der Alamannen entwickelt sich im Verlauf des 3. Jh., vermutlich aus verschiedenen elbgermanischen und suebischen Stämmen, Heerhaufen und Gefolgschaften im Gebiet zwischen Rhein, Main und Lech. Die verschiedenen Stammesnamen zeigen die Aufspaltungen der Alamannen. Im Gebiet des heutigen Markgräflerlands siedelten die "Brisigavi" (=Breisgauer).
250
Am Castellberg bei Ballrechten-Dottingen betreiben die Römer bereits zu dieser Zeit Weinbau im heutigen Markgräflerland.
259/260 Anhaltende Angriffe (ab ca. 230) gegen den obergermanisch-rätischen Limes lassen Rom 260 die Grenze aufgeben.
ca. 260 - 374 Mehrere Plünderungszüge der Alamannen gegen römische Gebiete. Sie werden allerdings immer wieder zurückgeschlagen.
374 Unter ihrem Teilkönig Makrian schließen die Alamannen einen dauerhaften Frieden mit Kaiser Valentinian I.
391 Das Christentum wird unter Kaiser Theodosius zur Staatsreligion im römischen Reich erklärt.
395 Kaiser Theodosius stirbt. Das Reich wird zwischen seinen Söhnen in ein West- und Oströmisches Reich geteilt.
ab 455 Einsetzen einer West-und Ostexpansion der Alamannen nach Gallien und Noricum (Großteil des heutigen Österreich). Es folgen Konflikte mit den Franken, die nach Süden expandieren.
476 Ende des Weströmischen Reiches.
496 - 507 Alamannen und Franken führen Krieg. Die Franken erringen unter ihrem König Chlodwig I. den entscheidenden Sieg bei Zülpich. Die Alamannen fallen unter die Hoheit der Franken und Ostgoten. Nach der Niederlage bei Zülpich fällt das alamannische Gebiet an das Frankenreich der Merowinger. Das Gebiet des späteren Markgräflerlands und des Breisgaus kommen in den Besitz fränkischer Adliger.

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Frühes Mittelalter (500 - 1.050)


Europäische/Deutsche Geschichte Badische/Markgräfler Geschichte
536 - 537 Der Ostgotenkönig Witigis überlässt dem Frankenkönig Theudebert I. das Protektorat über „die Alamannen und andere benachbarte Stämme“.
537 - 746 Alamannien wird durch seinen autonomen Status im Frankenreich als Herzogtum in einem Gebiet gefestigt, das wohl größtenteils mit dem späteren Herzogtum Schwaben übereinstimmt.
zw. 716 - 721
Der Frankenkönig Chilperich II. vermacht dem Kloster St. Gallen in einer Schenkungsurkunde u. a. Rebland bei Ebringen. Die Urkunde ist das älteste schriftliche Zeugnis für den Weinbau in der Region.
746 Sogenanntes Blutgericht zu Cannstatt. Der Widerstand aufständischer alamannischer Herzöge, gegen die die Franken wiederholt ins Feld ziehen mussten, wird endgültig gebrochen.
751 - 911 Die Karolinger, ein Herrschergeschlecht der westgermanischen Franken, haben ab 751 im Frankenreich die Königswürde inne. Berühmtester Vertreter ist Karl der Große, von dem die späteren karolingischen Herrscher abstammten.
752
Eines der ältesten Weindörfer der Region, die Gemeinde Auggen, wird in einem Dokument des Klosters St. Gallen als “Anghoma” erstmals urkundlich erwähnt.
767
Eimeldingen wird erstmals urkundlich als "Agimotingas" erwähnt, was als „die Siedlung bei den Angehörigen des Agimot“ übersetzt werden kann.
772
Die heutige Gemeinde Fischingen wird erstmals urkundlich erwähnt. Man geht allerdings davon aus, dass sie bereits in der Zeit der allama-nischen Landnahme im 3. und 4. Jh. gegründet wurde.
800 Kaiserkrönung Karls des Großen.
843 Reichsteilung durch den Vertrag von Verdun. Aufspaltung des Frankenreichs in drei Teile: Westfrankenreich, Ursprung Frankreichs; Ostfrankenreich, Ursprung des Heiligen Römischen Reichs und Lotharii Regnum, Ursprung Lothringens.
874
Als „Witringhove“ wird Wittlingen in einer Urkunde des Klosters St. Gallen erstmals erwähnt.
936 Otto I. (der Große) wird Herzog von Sachsen und König des Ostfrankenreichs.
955 Otto I. (der Große) besiegt auf dem Lechfeld bei Augsburg die Ungarn.
962 Otto I. (der Große) wird von Papst Johannes XII. zum Kaiser gekrönt. Gleichzeitig markiert die Krönung die "Gründung" des Heiligen Römischen Reichs (ab dem späten 15. Jh. mit dem Zusatz "Deutscher Nationen").
993
In Sulzburg wird mit dem Bau einer Grablege für Birchtilo, Graf im Breisgau, zu Ehren des Heiligen Cyriacus begonnen, der späteren Klosterkirche St. Cyriak.
999
Das älteste historisch belegbare Mitglied des Zähringergeschlechts, der Thurgaugraf Berthold, erhält von Kaiser Otto III. für Villingen Markt-, Münz- und Zollrecht und von Heinrich II. die Grafschaft im Breisgau.
1028
In einer Schenkungsurkunde von Kaiser Konrad II an den Basler Bischof wird erstmals der Bergbau in Münstertal erwähnt. Das Besucherbergwerk „Teufelsgrund“ zeugt noch heute davon.
1033 Das unter den Welfen vereinte Königreich Burgund fällt im Erbgang an den fränkischen Kaiser Konrad II.. Fortan existiert es als Reichsgut mit formeller Selbstständigkeit innerhalb des Heiligen Römischen Reiches.

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Hohes Mittelalter (1.050 - 1.250)


Europäische/Deutsche Geschichte Badische/Markgräfler Geschichte
1061 - 1074
Hermann I. von Baden, ältester Sohn von Berthold I. von Zähringen, ist Markgraf von Verona und Graf im Breisgau. Er ist der Stammvater der Markgrafen und späteren Großherzöge von Baden.
1066 Wilhelm der Eroberer erobert England und wird englischer König.
1076 Investiturstreit zwischen Papst und Kaiser. Dabei ging es um die Frage der Ernennung von Bischöfen durch Könige und Kaiser. Herzog Berthold II. von Zähringen steht im ausbrechenden Investiturstreit klar auf päpstlicher Seite. Unterstützt von den Welfen und dem Papst wird er 1092 gegen den Staufer Friedrich zum Herzog von Schwaben gewählt.
1096 - 1099 Erster Kreuzzug, der 1099 mit der Eroberung Jerusalems endet
1098
Staufisch-Zähringischer Ausgleich um das Herzogtum Schwaben.
1111
Das Schenkungsverzeichnis des Klosters St. Peter weist die Freiherren von Staufen als Dienstmänner der Herzöge von Zähringen aus. Von ihnen erhalten sie das heutige Staufen und die Burg Staufen.
1112
Markgraf Hermann II. von Baden nennt sich erstmals "Markgraf von Baden". den die Nachfahren dieser Zähringer Linie fortan führen.
1120
Die Zähringer Herzöge gründen Freiburg im Breisgau.
1122 Das so genannte Wormser Konkordat beendet den Investiturstreit.
1147
Müllheim und weitere Orte der Zähringer Herrschaft Badenweiler werden als Mitgift für Prinzessin Clementine von Zähringen an den Welfen-Fürst Heinrich den Löwen vermacht.
1153 Konstanzer Vertrag zwischen zwischen Papst Eugen III. und König Friedrich I. (Barbarossa). Darin verpflichtete er sich, keinen Frieden mit dem normannischen Königreich zu schließen, die Römer dem Papst zu unterwerfen und den byzantinischen Plänen auf Unteritalien entgegenzutreten.
1157
Der Hohenstaufer Kaiser Friedrich I. Barbarossa zwingt Heinrich den Löwen, die Herrschaft Badenweiler gegen Besitzungen im Harz zu tauschen. 1268 kam die Herrschaft wieder an die Grafen von Freiburg.
ca. 1170
Das Hochstift Basel übergibt dem Dynastengeschlecht von Üsenberg großen Besitz, darunter den Ort Schliengen.
1190
Auf den zähringischen Besitzungen Hachberg und Sausenberg im Breisgau spaltete sich unter Heinrich I. die Seitenlinie der Markgrafen von Hachberg ab.
1218
Herzog Berthold V. von Zähringen stirbt ohne Nachkommen. Damit endet die männliche Hauptlinie der Zähringer. Deren Gebiete gehen an die Grafen von Freiburg.
1219
Neuenburg am Rhein wird durch Kaiser Friedrich II. zur freien Reichsstadt erklärt.
1219 - 1234
Die Markgrafen von Baden erweitern ihr Herrschaftsgebiet kontinuierlich. So gehen unter anderem Durlach, Ettlingen, Sinsheim und Pforzheim an Baden.
1235 König Heinrich VII. muss sich seinem Vater, Kaiser Friedrich II., unterwerfen.
1235 Der Mainzer Landfriede wird anlässlich des Reichstags in Mainz von Kaiser Friedrich II. erlassen. Man kann ihn als das erste Grundgesetz des Heiligen Römischen Reiches ansehen.
1240
Das Dorf Schallbach wird urkundlich erstmals erwähnt. Es ist zu diesem Zeitpunkt im Besitz des Klosters St. Blasien im Hochschwarzwald.

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Spätes Mittelalter (1.250 - 1.500)


Europäische/Deutsche Geschichte Badische/Markgräfler Geschichte
1250 - 1273 Interregnum. Mit dem Tod Kaiser Friedrichs II. gibt es im deutschen Reich keine zentrale politische und administrative Gewalt mehr. In der Folge blühten angesichts fehlender Polizeigewalt Faustrecht und Raubritterwesen.
1268
Markgraf Hermann Friedrich I. von Baden und sein Freund König Konradin von Hohenstaufen werden in Neapel hingerichtet.
1291 Ende der Kreuzzüge und der christlichen Herrschaft in Palästina, nach 7 Kreuzzügen.
1298 Erste Verfolgung von Juden im deutschsprachigen Raum wegen eines angeblichen Hostienfrevels. Der durch Franken ziehende „König Rintfleisch“ und seine „Judenschläger“ ermorden an die 5.000 Menschen und rotten so auch die blühenden Gemeinden aus.
1306
Erbteilung zwischen dem Markgrafen Heinrich III. und seinem Bruder Rudolf I. Heinrich erhält Hachberg mit der Stadt Emmendingen. Rudolf erhält die Markgrafschaft Sausenberg mit der Sausenburg und das Kloster St. Blasien mit den Propsteien Bürgeln, Sitzenkirch und Weitenau.
1309 - 1377 Papsttum in Avignon. Es ist die Zeit, in der die Päpste ihren Sitz in der südfranzösischen Stadt Avignon haben. Erst Papst Gregor XI. kehrte 1377 unter dem Einfluss der italienischen Bevölkerung nach Rom zurück und verstarb kurz darauf.
1315
Markgraf Heinrich von Hachberg-Sausenberg, Sohn des Markgrafen Rudolf I. von Hachberg-Sausenberg, erhält durch Schenkung die Herrschaft Rötteln seines Onkels Luithold II. von Rötteln.
1337 - 1453 „Hundertjähriger Krieg“ zwischen Frankreich und England. Er umfasst traditionell die Zeit, in der englische Könige versuchten, ihre Ansprüche auf den französischen Thron mit Waffengewalt durchzusetzen.
1347 - 1353 Der „Schwarzer Tod“ fordert geschätzte 25 Millionen Todesopfer in Europa – ein Drittel der damaligen Bevölkerung.
1349
Ritter Otto von Staufen (1330-1359) verpfändet, offenbar aus Geldnot, “das Dorff Hartheyn” – die heutige Gemeinde Hartheim.
1356 Goldene Bulle des deutschen Kaisers Karl IV.. Das wichtigste der „Grundgesetze“ des Heiligen Römischen Reiches regelte die Modalitäten der Königswahl der römisch-deutschen Könige bis zum Ende des Alten Reiches 1806.
1368
Graf Egon von Freiburg erlangt die Herrschaft Badenweiler, zu der nun auch einige Orte ­ u. a. Schallstadt ­ der Herrschaft Freiburg gezählt wurden.
1378 - 1417 Großes Papstschisma. Über fast vier Jahrzehnte stehen sich die Päpste aus Rom und Avignon gegenüber.
1380
Heidelberger Vertrag. Bernhard I. und sein Bruder Rudolf VII. von Baden verfassen in Heidelberg einen Erbvertrag, wonach Baden in nicht mehr als zwei Teile geteilt werden durfte.
1386 Schlacht bei Sempach im Kanton Luzern. Diese Schlacht, die mit einer Niederlage der Habsburger endete, war ein entscheidendes Ereignis für die Unabhängigkeit der späteren Schweiz.
1415
Markgraf Bernhard I. von Baden führt die Nebenlinie der Markgrafen von Baden-Hachberg zurück in die Hauptlinie. Er erwirbt vom völlig verschuldeten Markgrafen Otto II. von Hachberg, die Burg und die Herrschaft Hachberg sowie einige Gebiete im Oberland.
1428
Heitersheim wird Sitz des Großpriors des Johanniterordens (ab 1524 Malteserorden). Von dort verwaltet er alle Johanniterhäuser, Besitzungen und Kommenden von Norditalien bis nach Schweden und vom Burgund bis nach Ungarn.
1443
In Schliengen erheben sich die Bauern des Basler Bischofs unter dem Zeichen des Bundschuhs gegen diesen.
8.9.1444 „Geburtstag“ des Markgräflerlands! – Johann der letzte der Grafen von Freiburg vermacht seine Herrschaft Badenweiler den Brüdern Rudolf IV. und Hugo von Hachberg-Sausenberg. Sie lassen durch den Zusammenschluss der Herrschaftsgebiete Rötteln, Sausenburg und Badenweiler das Markgräflerland entstehen.
1447
In Heidelberg wird als erste Hexe eine Frau namens Johanna Opfer der Hexenjagd. Damit hält Heidelberg den traurigen Rekord „Ort der frühesten Massenhexenprozesse" überhaupt gewesen zu sein.
1450 Guttenberg erfindet den Buchdruck.
1450 - 1750 In Frankreich beginnt die europäische Hexenverfolgung. Die letzte Hexe wurde 1782 in der Schweiz hingerichtet.
1453 Die Türken erobern Konstantinopel. Damit endet das oströmische Reich.
1495 Auf dem Reichstag zu Worms wird der Grundstein zu einer umfassenden Reichsreform gelegt.

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Frühe Neuzeit I (1.500 - 1.648)


Europäische/Deutsche Geschichte Badische/Markgräfler Geschichte
1503
Das aus der Vereinigung von Sausenberg, Rötteln und Badenweiler geschaffene Markgräflerland fällt nach dem Tod des Markgrafen Philipp von Hachberg-Sausenberg an Baden zurück.
1505
Nach der Genehmigung durch den Bischof von Basel wird in Rümmingen die gotische Jakobus-Kirche erbaut. Eine Station auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela.
1515
Dreiteilung des badischen Territoriums.
1517 Martin Luther nagelt seine 95 Thesen gegen den betrügerischen Ablasshandel an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg.
1524 - 1525 Die lokalen Bauernaufstände (Bundschuhbewegung) in weiten Teilen des süddeutschen Sprachraumes weiten sich zum Deutschen Bauernkrieg aus.
1525
Unter der Führung von Hans Hammerstein ziehen die "oberen Markgräfler" im Bauernkrieg gegen Freiburg.
1525
Im Bauernkrieg ziehen sogenannte Haufen aus den beiden Orten des heutigen Malsburg-Marzell zur Sausenburg um sie zu zerstören. Es findet aber keine Zerstörung statt.
1529 Reichstag zu Speyer. Sechs Fürsten und vierzehn Freie Reichsstädte als Vertreter der protestantischen Minderheit treten gegen die Verhängung der Reichsacht gegen Martin Luther sowie die Ächtung seiner Schriften und Lehre ein.
1535
Die Markgrafschaft Baden wird in die Linien Baden-Durlach und Baden-Baden aufgeteilt. Während sich in Baden-Durlach der Protestantismus durchsetzte, war Baden-Baden ab dem Dreißigjährigen Krieg katholisch.
1550 - 1650 Höhepunkt der europäischen Hexenverfolgung.
1555 Der Wunsch nach einem rechtlich geordneten Nebeneinander der beiden konkurrierenden Konfessionen führt zum Augsburger Religionsfrieden, einem Vertrag zwischen Ferdinand I. und den Reichsständen (Kurfürsten, Fürsten und Städte).
1574
Die Gemeinde- und Trinkstube von Pfaffenweiler wird errichtet. Der imposante Bau mit seinen Staffelgiebeln wird heute als "Zehners Stube", einem Restaurant der Spitzenklasse (1 Michelin-Stern), betrieben.
1594
„Oberbadische Okkupation“. Das katholische Territorium der Markgrafschaft Baden-Baden wird durch den protestantischen „feindlichen Bruder“, die Markgrafschaft Baden-Durlach, besetzt und der regierende Fürst Eduard Fortunat vertrieben.
1618 - 1648 Der Dreißigjährige Krieg bricht aus. Insgesamt folgten in den 30 Jahren vier Konflikte aufeinander. Die Kriegshandlungen und die durch sie verursachten Hungersnöte und Seuchen verheeren und entvölkern ganze Landstriche. In Süddeutschland überlebt nur ein Drittel der Bevölkerung.
1622
Die Schlacht bei Wimpfen beendet die Oberbadische Okkupation. Es war eine bedeutende Schlacht in der ersten Phase des Dreißigjährigen Krieges.
1648 Westfälischer Friede wir nach mehrjährigen Verhandlungen geschlossen. Er gilt als herausragendes Ereignis der europäischen und deutschen Geschichte. Er beendet den verheerenden Dreißigjährigen Krieg und schuf eine verfassungsrechtliche und konfessionspolitische Grundlage für die weitere Entwicklung Deutschlands.

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Frühe Neuzeit II (1.648 - 1.800)


Europäische/Deutsche Geschichte Badische/Markgräfler Geschichte
1648 - 1710
Intensive Einwanderung von Schweizern in das Markgräflerland und nach Südbaden. Der Dreißigjährige Krieg, Pestepidemien und Hungersnöte hatten Südbaden praktisch komplett entvölkert. Um die Lücken in der evangelischen Markgrafschaft Baden-Durlach zu schließen, ließ man Schweizer aus den reformierten Kantonen der Schweiz einwandern.
1667
Die Pest wütet in Basel und im Markgräflerland.
1678
Die Burg Rötteln in Lörrach wird während der Erbfolgkriege Ludwigs XIV. von französischen Truppen zerstört.
1683 Zweite Belagerung Wiens durch die Türken. Der Großwesir Kara Mustafa marschiert mit 160.000 Mann durch Ungarn nach Wien. Diesen stehen gerade mal 15.000 Soldaten zur Verteidigung gegenüber.
1688 - 1689 Glorious Revolution in England. Die Gegner des Absolutismus in England schaffen mit der Durchsetzung der so genannten Bill of Rights die Grundlage für das heutige parlamentarische Regierungssystem im Vereinigten Königreich.
1691 Schlacht bei Slankamen. Hier trafen die Heere Österreichs und des Osmanischen Reiches aufeinander. Nur 8 Jahre nach der Niederlage in Wien drohte das türkische Heer wieder, ganz Ost- und Mitteleuropa zu okkupieren. Der Kampf bei Slankamen endete mit einem eindeutigen Sieg der kaiserlichen Truppen. Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden (Türkenlouis) ist der siegreiche kaiserliche Feldherr der Schlacht bei Slankamen. Kaiser Leopold I. ernennt ihn zum Generalleutnant des kaiserlichen Heeres. Dieser Titel wurde nur 5 mal verliehen. Er wurde in 57 Schlachten, Gefechten und Belagerungen seines Lebens niemals besiegt.
1700
Das Wirtshaus „Ochsen“ in Binzen erhält das „Schildrecht“. Die landesherrliche Einwilligung berechtigt dazu, den Namen „Ochsen“ zu führen und ein Gaststättenschild auszuhängen. Erst mit Einführung des „Schildrechts“ treten heute bekannte Wirtshausbezeichnungen auf.
1701 - 1714 Spanischer Erbfolgekrieg in Europa um das Erbe des letzten spanischen Habsburgers König Karl II. von Spanien. Es war eine der ersten Auseinandersetzungen, die zu gezielten kriegerischen Aktionen in den Kolonialgebieten der jeweiligen Mächte führte.
1702
Schlacht bei Friedlingen im Zuge des Spanischen Erbfolgekrieges. Das Kampffeld erstreckte sich auf Friedlingen, Weil, Haltingen (heute alle Ortsteile von Weil am Rhein) und Tüllingen (heute Ortsteil von Lörrach). Die französische Armee zerrstörte Schloss Friedlingen und plünderte die Region bis zum Rückzug in die Winterquartiere aus.
1714 Rastatter Frieden beendet den Spanische Erbfolgekrieg. Diesem folgte noch der Friede von Baden zwischen weiteren Kriegsbeteiligten, insbesondere zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich.
1715
Markgraf Karl-Wilhelm von Baden-Durlach gründet die Stadt Karlsruhe – die spätere Haupt- und Residenzstadt des ehemaligen Landes Baden. Sie ist eine der letzten großen europäischen Stadtgründungen auf dem Reißbrett.
1756 - 1763 Siebenjähriger Krieg zwischen den europäischen Großmächten. Preußen und Großbritannien-Kurhannover auf der einen Seite kämpften gegen Österreich, Frankreich und Russland. Als Folge kann sich Preußen durch den Krieg als fünfte Großmacht im europäischen Mächtekonzert etabliert.
1765
Markgraf August Georg von Baden-Baden und Markgraf Karl Friedrich von Baden-Durlach schließen einen Erbvertrag für den Fall, dass eine ihrer Linien aussterben sollte. Demnach sollten die Länder unbedingt im Besitz des Hauses Baden bleiben.
1771
Vereinigung der badischen Markgrafschaften. Karl Friedrich von Baden-Durlach erbt die Besitzungen der erloschenen Linie Baden-Baden, wodurch die Markgrafschaft Baden entsteht.
1783
In Baden wird die Leibeigenschaft abgeschafft. Markgraf Karl Friedrich hatte bereits 1767 die Folter abgeschafft und setzte nun die Abschaffung der Leibeigenschaft gegen den Widerstand der großen Landbesitzer durch. Mit diesen und weiteren Reformen erwarb sich Baden den Ruf des "Musterländle".
1789 Die Französische Revolution beginnt mit dem Sturm auf die Bastille. Es ist eines der folgenreichsten Ereignisse der neuzeitlichen europäischen Geschichte.
 
1796
Schlacht zwischen österreichischen und französischen Truppen am Schliengener Berg. An die Schlacht erinnert der im Pariser Triumpfbogen eingemeißelte Ortsname. In Schliengen erinnert das Gebäude des heutigen Gasthauses „Sonne“ an dieses Ereignis.
1799 Napoleon Bonaparte wird erster Konsul der Französischen Republik.

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Neuere und neuste Zeit (1.800 - heute)


Europäische/Deutsche Geschichte Badische/Markgräfler Geschichte
1803 In Regensburg wird der Reichsdeputationshauptschluss verabschiedet. In ihm wurde die Entschädigung weltlicher Fürsten geregelt, die in den Revolutionskriegen gegen Frankreich linksrheinischen Besitz verloren hatten. Geistliche Fürstentümer wurden aufgelöst, Besitztümer der Kirche enteignet und fielen an weltliche Landesherren. Im Rahmen des Reichsdeputationshauptschlusses erhält Baden das 9-fache dessen an Territorialbesitz, was es vorher hatte. Das neue, der Fläche nach deutlich vergrößerte, aber noch immer territorial zersplitterte Baden wurde gleichzeitig zum Kurfürstentum erhoben.
1804 - 1815 Napoleon beherrscht Europa
1806 In Paris unterzeichnen 16 Reichsstände die Rheinbundakte. Sie erklären damit ihren förmlichen Austritt aus dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Fünf Tage später legt Kaiser Franz II. die Kaiserkrone nieder. Das Reich erlosch. Das Kurfürstentum Baden kann aufgrund des Rheinbundvertrages weitere Gebiete hinzugewinnen. Zudem wurde es zum Großherzogtum erhoben. Erneut und nun zum dritten Mal wurden die Allianzpartner Napoleons belohnt.
1806
Nach über 400jähriger Zugehörigkeit zu Österreich, wird die Gemeinde Eschbach dem Großherzogtum Baden zugeteilt und erlebt eine neue Blütezeit.
1813 Völkerschlacht bei Leipzig. Sie war die Entscheidungsschlacht der Befreiungskriege gegen die napoleonische Fremdherrschaft. Bis zu Beginn des 20. Jh.war sie die größte Feldschlacht der Weltgeschichte.
1815 Der Wiener Kongress legt in Europa die Grenzen neu fest und definierte neue Staaten. Nach der Niederlage und Abdankung Napoleons versammeln sich aus rund 200 europäischen Staaten, Herrschaften, Körperschaften und Städten die Staatsmänner und Fürsten Europas.
1815 - 1866 Auf dem Wiener Kongress wird der Deutsche Bund ins Leben gerufen. Der deutsche Staatenbund bestand anfangs aus 35 selbstständigen Staaten und 4 Freien Städten.
1818
Großherzog Karl von Baden unterzeichnet die, von Karl Friedrich Nebenjus formulierte, Badische Verfassung. Sie war eine der ersten Verfassungen in Deutschland und gilt als liberalste ihrer Epoche. Die Verfassung gewährte dem Volk wesentliche liberale Freiheiten und erlaubte Debatten in der 2. Kammer der badischen Landstände.
1825
In Karlsruhe wird das Polytechnikum gegründet. Es ist damit die älteste Technische Hochschule in Deutschland.
1831
Die Ständeversammlung des Großherzogtum Baden erlässt ein Pressegesetz, das begrenzte Pressefreiheit zulässt. Allerdings darf zunächst nur über innenpolitische Angelegenheiten frei berichtet werden.
1846 - 1855
Große Auswanderungswelle insbesondere aus dem Großherzogtum Baden. Von einer Million Auswanderern in den Jahren 1849 bis 1854 waren alleine 500.000 aus Baden.
1848 - 1849 Badische Revolution

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Autor: Geschrieben von: Dirk Ruppenthal PDF Drucken Diese Seite empfehlen Zum Seitenanfang zurück

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