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Die im Markgräflerland häufig gesprochene Mundart ist das Alemannische - ein ganz besonderer Dialekt


Eine Reise ins Markgräflerland konfrontiert zwangsläufig mit einem ganz besonderen Dialekt. Manch einer würde sogar behaupten, mit einer ganz eigenen Sprache. Denn das Alemannische, das der Markgräfler so gerne spricht, hebt sich nicht nur in der Aussprache vom Hochdeutschen ab.


Mit den im Standarddeutschen festgelegten Artikeln zum Beispiel hat der Alemanne so seine Probleme. So wird aus „die Butter“ schon mal „der Butter“. Regional kann die Mundart aber ganz unterschiedlich sein. Schließlich wird Alemannisch nicht nur in Deutschland sondern auch in Frankreich, Österreich, Italien, in der Schweiz und sogar in Venezuela gesprochen. In Südamerika landeten Mitte des 19. Jahrhunderts südbadische Siedler, die dort bis heute den alemannischen Dialekt erhalten konnten. Dieses große Verbreitungsgebiet hat dazu geführt, dass die Alemannen, ein alter Volksstamm, der bis ins 5. Jahrhundert nach Christus zurückverfolgt werden kann, überall das eine oder andere Wort neu erfunden haben. So gibt es von Gegend zu Gegend unterschiedliche Begriffe für ein und dieselbe Sache. 

Johann Peter Hebel, bedeutenster alemannischer Mundartdichter


mgv_320px-Loerrach_Hebeldenkmal2Den Begriff „Alemannisch“ prägte der bekannteste Markgräfler Dichter Johann Peter Hebel im 19. Jahrhundert. Die Markgräfler Mundart zählt übrigens zum Hochalemannischen, das man auch in der Schweiz, im südlichen Vorarlberg und im südlichsten Teil des Elsass spricht.

Wie alle Alemannen verniedlichen die Markgräfler gerne und hängen ihren Hauptwörtern die Silbe –li oder –le an. Und auch in seiner Aussprache der Konsonantenkombinationen –sp und –st gibt der Markgräfler seine alemannische Herkunft außerhalb der südlichen Gefilde schnell preis. Denn anstatt seiner Schwester besucht der Markgräfler Buu die „Schweschter“, anstatt eines Fests feiert er ein „Fescht“ und natürlich öffnet er nicht das Fenster sondern das „Fenschter“

Die hiesige Grammatik des Alemannischen ist eine Wissenschaft für sich


Verneinung, Vergangenheit, Fälle, Vorsilben – die Alemannen scheinen für jeden hochdeutschen Standard eine eigene Alternative zu haben. Verstehen kann man sie trotzdem. Wenn es jedoch Probleme gibt, helfen alemannische Sprachkurse an der Universität Freiburg, der Blick in alemannische Wörter- und Grammatikbücher und alemannische Radiosendungen. Zudem pflegen die Markgräfler mit viel Liebe ihre alemannische Lebensart. Dazu gehören natürlich auch alemannische Lieder, die Künstler wie Margret Brombacher, Uli Führ oder auch Karl David und Martin Lutz regelmäßig zum Besten geben und auch im Studio festhalten. Auch der Bestand alemannischer Literatur wächst kontinuierlich, sodass Außenstehenden die so eigene Mundart auf schriftlichem Wege näher gebracht werden kann. Und wenn es nicht gleich der hochwertige alemannische Roman sein soll, so können die Abenteuer von Asterix und Obelix auf Alemannisch den Zugang zu dieser besonderen Mundart erleichtern.

Mehr zum Thema auf markgraefler.de:
Beitrag: Das Feldberger Dichterwegli
Beitrag: Das Hebeljahr 2010
Beitrag: Johann Peter Hebel
Beitrag: Paula Hollenweger
Beitrag: Die Muettersproch-Gsellschaft

Externe Links zum Thema:

www.alemannisch.de
www.alemannisch.de (Tonproben der regionalen Dialekt-Unterschiede)
www.alemannisches-institut.de

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Bildnachweis (nach Reihenfolge): (1) © Sabine Ronge - markgraefler.de
Autor: Geschrieben von: Ruth Müller PDF Drucken Diese Seite empfehlen Zum Seitenanfang zurück

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