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Leidenschaftliches Engagement für regenerative Energien und Elektromobilität: Johannes Güntert aus Sulzburg

Der Wirtschaftsinformatiker Johannes Güntert aus Sulzburg ist ein echter Multitasker: er ist Geschäftsführer des Ticketportals ReserviX, mit seiner Frau Edda bietet er im Gutshof Güntert Landhausurlaub der besonderen Art an und engagiert sich als Mitglied der Bürger-Energie Südbaden eG für regenerative Energien. Die Energiewende und Elektromobilität liegen ihm ganz besonders am Herzen. Auf Facebook und verschiedenen Blogs klärt Güntert darüber auf, bei der Sanierung des denkmalgeschützten Gutshofs 2009/2010 wurde konsequent auf regenerative Energien (Pellets, Solar, ökologische Dämmung und 100 Prozent Naturstrom) gesetzt. Damit und durch die Anschaffung von zwei Elektroautos wollen Johannes Güntert und seine Familie einen Weg präsentieren, wie man die Energiewende auf vielfältige Art und Weise vorantreiben kann.

Johannes Güntert drückt auf den blau leuchtenden Power-Knopf. Kein Geräusch ist zu hören – kein Brummen, kein Knattern. Dass der Motor des Elektroautos überhaupt an ist, verrät nur eine grüne Leuchtanzeige, auf welcher „Ready“, also „Bereit“, steht. Durch das Tor des Gutshofs Güntert geht es flüsterleise auf die Straße. Hinter dem Ortsschild von Sulzburg im Markgräflerland tritt Johannes Güntert aufs Gaspedal: Sportlich geht es los.

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Das heutige Thema heißt: Energiewende. Haben Sie schon einmal über den Kauf eines Elektroautos nachgedacht? Wie war das noch einmal: Gibt es nicht zu wenige Ladestationen deutschlandweit, braucht der Akku nicht ewig zum Aufladen und können nicht nur Strecken bis 100 km zurückgelegt werden? Fragen und Kritikpunkte, die immer wieder im Zusammenhang mit Elektromobilität fallen. Johannes Güntert und seine Familie präsentieren einen Weg, wie man die Energiewende auf vielfältige Art und Weise vorantreiben kann: auf lange Sicht kostengünstig, nachhaltig und mit relativ wenig Aufwand.

Die meisten alltäglichen Fahrten in Deutschland liegen zwischen 50-100 km – dafür reicht es allemal!


Auf dem Tisch vor Johannes Güntert liegt ein iPad. Er öffnet eine Software, welche er, als Wirtschaftsinformatiker und Geschäftsführer des Ticketportals ReserviX, natürlich selbst entwickelt hat. In verschiedenen Grafiken präsentiert er seinen täglichen Stromverbrauch und die Leistung der Solaranalage auf seinem Dach. Alles im Star-Trek-Design – die Flächensteuerung ist funktional und intuitiv. Eines kann man anhand der Grafiken besonders gut erkennen: Zieht man den Verbrauch von der Erzeugung ab, bleibt häufig ein Strom-Überschuss. Dieser wird allerdings nicht, wie vielleicht vermutet, in das Stromnetz eingespeist. Nein, sobald mehr Strom vorhanden ist, als verbraucht wird, wird dieser durch eine Überschussladesteuerung gezielt in die Elektroautos gespeist.

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Zwei Autos, ein Elektroauto mit Reichweitenverlängerer und ein reines E-Auto, besitzt die Familie. Genau das ist der Trick: Während ein Auto auf den Straßen unterwegs ist, wird das andere mit dem überschüssigem Strom langsam geladen. Wenn es schnell gehen soll, wechselt man den Modus und das E-Auto kann direkt, über eine haushaltsübliche Steckdose, in ca. vier Stunden aufgeladen werden. Am besten tagsüber, denn „da ist der Anteil an erneuerbaren Energien im Netz durch Photovoltaikanlagen am höchsten“, erklärt Johannes Güntert. Mit dem geladenen Strom kommt man mit dem Mitsubishi i-Miev ca. 100-130 km, mit dem Opel Ampera ca. 80 km weit. Für längere Strecken hat der Ampera zusätzlich einen Benzinmotor, welcher den Stromgenerator antreibt. Folglich werden aus den 80 km schnell über 500 km Reichweite. Die meisten alltäglichen Fahrten in Deutschland liegen zwischen 50-100 km – dafür reicht es allemal!

Sollten die Akkus der E-Autos irgendwann schwächeln, können sie als Speicher weitere 8-10 Jahre weiterverwendet werden


Klingt wie ein ausgefeiltes Konzept? Doch was ist, wenn man keine zwei E-Autos besitzt bzw. immer beide benötigt? Dann bleibt immer noch die Nacht zum Aufladen. In der Nacht, im Winter oder an Regentagen – in Zeiten, in welchen sich die Sonne auch im Markgräflerland nur spärlich blicken lässt – kann die Anlage nicht ausreichend Strom für den Eigenverbrauch erzeugen. Auch hierfür hat Johannes Güntert eine Lösung: „Da im Sommer der Strom selten komplett verbraucht wird, kann der Überschuss in einen Kellerspeicher gelenkt und somit z.B. in der Nacht oder im Winter verbraucht werden“. Hier könnten die zur Zeit noch sehr teuren Akkus der E-Autos ebenfalls behilflich sein: Sollten diese irgendwann schwächeln – eine Garantie von fünf bis acht Jahren mit an die 200.000 km ist allerdings keine Seltenheit mehr – können sie als Speicher weitere 8-10 Jahre weiterverwendet werden.

Da die Einspeisevergütung weiterhin sinkt, ist das Ziel, seinen Strom selber zu erzeugen und zu verbrauchen


DSC_2892-webHalten wir das Vorgehen von Familie Güntert noch einmal fest: Zunächst benötigt man eine Solaranlage, welche den Eigenverbrauch abdeckt. Da die Einspeisevergütung weiterhin sinkt, ist „das Ziel, seinen Strom selber zu erzeugen und zu verbrauchen“, sagt Johannes Güntert überzeugt. Wenn doch zugekauft wird, „dann von einem echtem Ökostromanbieter; ein unabhängiges Unternehmen, welches nicht mit einem der großen Konzerne verflochten ist. Damit das Geld auch dort hinfließt, wo es hin soll: In den Ausbau von regenerativen Energien.“

Die einmaligen Kosten für die Anlage, welche zurzeit noch durch den Staat subventioniert wird, garantieren einen langfristig günstigen und fixen Strompreis. Wer hat nicht schon davon geträumt? Weiterhin benötigt man ein E-Auto, eine meist mitgelieferte Überschussladesteuerung und einen Solarstromspeicher. Besitzt man zwei E-Autos, verbessert man den Effekt: Die Ladezeit spielt kaum mehr eine Rolle. „Der Ausbau von Ladestationen muss trotzdem, an strategisch sinnvollen Orten, vorangetrieben werden. Hierzu zählen bspw. Parkhäuser oder Hotels, Orte, an denen man sich ein bis zwei Stunden aufhält, und Schnellladestationen an Autobahnen“, erklärt Johannes Güntert. „Eine besondere Form der Ladestation präsentiert Tesla Motors“, ein US-amerikanisches Unternehmen, welches ausschließlich Elektrofahrzeuge produziert, seinen Kunden: „Sogenannte Supercharger“, sagt Johannes Güntert. Diese Stationen, welche mit einer Solaranlage ausgestattet sind und an welcher der Akku in 20 min. halb voll aufgeladen werden kann, sollen bis Ende 2014 an einigen wichtigen Knotenpunkten an den Autobahnen etabliert werden. Das Laden, versteht sich, ist für die eigenen Kunden kostenlos.

Wartungsarm und günstig in der Steuer sind die E-Autos ebenfalls – eine weitere Ersparnis. Wer sich all dies leisten kann – zurzeit sind diese Dinge noch sehr teuer – tut nicht nur langfristig seinem Geldbeutel etwas Gutes, sondern auch der Umwelt: Durch den Bezug über eine Solaranlage ist das Auto fast komplett emissionsfrei; leise ist es obendrein auch noch.

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Betrachtet man das Konzept der Familie Güntert, lässt sich kaum einer der gängigen Kritikpunkte an E-Autos rechtfertigen. Doch: Trotz der Vorteile und Ersparnisse ist dieses Vorgehen für die meisten noch nicht erschwinglich und somit keine realistische Alternative. Für diejenigen bleibt immer noch die Möglichkeit, das E-Auto über eine haushaltsübliche Steckdose, bei Tag oder Nacht, in mehreren Stunden (je nach Modell) aufzuladen. Auch ohne Solaranlage, durch das Zukaufen von Strom, bleibt das Autofahren günstig: hier ist mit ca. 2,70€/100 km zu rechnen. Damit die Emissionen nachhaltig reduziert werden, ist es hierbei besonders wichtig, den Strom über einen „echten“ Ökostromanbieter zu beziehen.

„Die Energiewende muss und wird von unten, von den Bürgern selbst, ausgehen. Es fehlt häufig nur an Aufklärung“


Es muss immer Vorreiter geben. „Was häufig vergessen wird“, erläutert Johannes Güntert, „ist der Blick in die Zukunft – langfristiges Denken ist gefragt“. Eines steht fest: Wir müssen weg von atomaren und fossilen Brennstoffen. Je mehr Menschen die Energiewende vorantreiben, das Elektroauto ist hierbei nur eine Möglichkeit von vielen, desto größer die Förderung des Ausbaus regenerativer Energien. In diesem Fall kann noch mehr in die Forschung investiert werden. Reichweiten wie bei Tesla Motors (bei rein elektrischem Betrieb 400-500 km) werden keine Seltenheit mehr sein, die Ladezeit wird verkürzt und insbesondere der Preis der E-Autos bzw. der Akkus wird sinken.

DSC_2910-web„In 20 Jahren bekommen wir die Akkus wahrscheinlich hinterher geschmissen. Aber daran denkt heute noch keiner“, sagt Johannes Güntert entschieden und fügt an: „Die Energiewende muss und wird von unten, von den Bürgern selbst, ausgehen. Es fehlt häufig nur an Aufklärung“. Für diese kämpft er über Facebook, verschiedene Blogs und als Mitglied der BEGS (Bürger-Energie Südbaden EG). Ein Informationsblatt über das E-Auto hat er auch immer dabei - um Interessierte bspw. an Raststätten zu unterrichten.

Konsequenter Einsatz regenerativer Energien bei der Sanierung des über 270 Jahre alten Gutshofs


Gleichermaßen setzt die Familie Güntert auch auf ihrem Gutshof auf regenerative Energien. Das Haus, welches seit 1741 in Familienbesitz ist, hat Johannes Güntert 2009 übernommen und innerhalb eines Jahres komplett saniert. Es bietet seinen Gästen eine besondere Mischung aus Tradition und Moderne. Auf der einen Seite antike Möbel und alte Bilder in den Ferienwohnungen, auf der anderen Seite Pelletheizung, ökologische Dämmung und Naturstrom.

DSC_2891-webUnd sollte man auf dem Gutshof Klänge von Brahms, Chopin oder Liszt wahrnehmen, dann kommen diese sicherlich aus dem historischen Veranstaltungsraum, dem Trottschopf. Hier finden regelmäßig Veranstaltungen wie bspw. „Weltklassik am Klavier“ statt. Neben regenerativen Energien und Elektromobilität, Informatik und Online-Ticketverkauf, eine weitere Leidenschaft des Markgräfler Multitaskers Johannes Güntert.
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Bildergalerie Johannes Güntert




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Bildnachweis: Alle Bilder von Sabine Ronge - www.markgraefler.de
Montag, den 02. Dezember 2013 um 10:42 Uhr | Sabine Ronge

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