Headpic die Region Markgräflerland

Traditionelles Handwerk im Markgräflerland


Nicht nur durch ihren hervorragenden Wein haben die Markgräfler Weltruhm erlangt. Eine kreative Mischung aus verschiedenen Handwerken hat die Region über Jahrhunderte hinweg unterschiedlich geprägt. Fast jede Ortschaft verfügte über Expertise in einem oder mehreren Gewerken.

keramikkunst-auf-dem-kanderner-toepfermarktKandern, inmitten des Markgräflerlands gelegen, ist weithin als Töpferstadt bekannt. So wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Kanderner Kunstkeramik über die Grenzen des Markgräflerlands hinaus berühmt und gewann auf mehreren Weltausstellungen Medaillen. Noch heute kann man die wundervollen Werke der Meister der Kunsttöpferei, die in Kandern gegen Ende des 19. Jahrhunderts ihren Anfang nahm, im Kanderner Heimat- und Keramikmuseum bewundern. Wundervolle Jugendstilvasen, mit Blumen verziert, elegante Schüsseln und Karaffen in matten Farben haben die Kanderner Künstler modelliert. Ihre Werke waren stilbildend für ihre Zeit. Experimentierfreudig reiste der Künstler Horst Kerstan nach Japan, um dort bei den großen Meistern zu lernen. Daraufhin baute er in seiner heimischen Werkstatt einen japanischen Anagama-Ofen, in dem er bis zu seinem Tod im Jahre 2005 Teeschalen mit wundervollen Feuerspuren, die an Ziegeldächer, Baumrinden und Felswände erinnern, produzierte. So entstanden nicht nur hierzulande seltene Werke.

Kanderner Töpferskunst seit 1668


keramikkunst-auf-dem-kanderner-toepfermarkt2Doch die Wurzeln des Töpferhandwerks reichen viel weiter. Spätestens 1668 nahm die erste Ziegelei hier ihre Arbeit auf. Seitdem hat es in Kandern immer Töpfer oder, wie sie hierzulande genannt werden, Hafner gegeben. Sie stellten vor allem Gebrauchsgeschirr und Ziegel her. Im Kanderner Museum stechen besonders die Feierabendziegel ins Auge, die allesamt kleine Geschichten erzählen. Sie sollten die Hausbewohner beschützen. Obwohl die seit Jahrhunderten tätigen Tonwerke 1998 ihre Pforten schließen mussten, ist das Keramikhandwerk in Kandern nicht ausgestorben. Noch heute sind fünf Keramikwerkstätten in Betrieb. Sie und andere Künstler aus dem In- und Ausland bieten jährlich auf dem Kanderner Töpfermarkt ihre Werke feil.

Fast 200 Jahre Eisenproduktion in Kandern


Mit Keramik nicht genug, war Kandern schon im frühen Mittelalter bekannt für seine Eisenproduktion. Bereits 776 findet sich in den Annalen des Klosters Lorsch eine urkundliche Erwähnung einer Eisenlieferung aus Kandern. Die Hochzeit des Kanderner Eisens begann aber erst knapp 900 Jahre später. Da sein Land im Dreißigjährigen Krieg schwer gebeutelt wurde, beschloss der Markgraf Karl Friedrich von Baden, die Wirtschaft mit der Eisenproduktion anzukurbeln. So errichtete er in Kandern und Badenweiler Eisenwerke. Zwischen 1682 und 1865, also fast 200 Jahre, dampfte in Kandern der Hochofen. Neben Waffen stellten die Kanderner auch Alltagsgegenstände wie Briefbeschwerer, Kerzenhalter und Bügeleisen her.

Die Kanderner sind auch als Brezelbäcker erfolgreich und bekannt


brezelnKanderner Eisen gibt es heute nicht mehr. Doch die Tausendsassas aus dem idyllischen Städtchen mit dem liebevoll gepflegten Altstadtkern gelten auch als erfolgreiche Brezelbäcker. Seit dem 13. Jahrhundert, das ist urkundlich bestätigt, wird das salzige Laugengebäck hier mit viel Liebe hergestellt. Früher natürlich die große, fluffige Variante. Doch vor 200 Jahren kam ein pfiffiger Kanderner auf die Idee, haltbare, feste Brezeln zu erfinden. Bis heute produziert die Firma Mayka die kleinen, salzigen Partysnacks. Noch bis zum zweiten Weltkrieg formte man die Brezelchen mit der Hand. Heute läuft natürlich alles maschinell, doch der Geschmack ist derselbe.

Müllheim die Stadt der Mühlen


muehlrad-der-frick-muehle-in-muellheimDamit die Kanderner Brezeln überhaupt gebacken werden konnten, sorgten von alters her die Müllheimer für Mehlnachschub. Auf ganze sieben Getreidemühlen brachte es der Ort und gelangte so nicht nur zu seinem Namen, sondern wurde zum wirtschaftlichen Mittelpunkt des Markgräflerlands. Noch heute zeugen die Fricksche Mühle, die erstmals 1392 Erwähnung fand, und die Gabelmannmühle etwas außerhalb der Ortschaft von der damaligen Bedeutung der Müllerei. Die Fricksche Mühle dient nun als Museum. Die Technik der Mühlräume mit Mahlwerken, das Mühlrad und die Außenanlagen der Mühle lassen erahnen, welch stattliche Betriebe die Müllheimer Mühlen gewesen sein müssen. Einmal jährlich am Pfingstsonntag setzt sich das Mühlrad der Frickmühle wieder in Bewegung. Unter Anleitung des örtlichen Kunstpädagogen können Besucher hautnah das harte Arbeitsleben der Müller von Müllheim miterleben.

Riesige Kalisalzlagerstätten in Buggingen


Zu Beginn des 20. Jahrhunderts veränderte ein Fund die Ortschaft Buggingen nachhaltig. Bei einer Tiefenbohrung stießen Forscher auf eine riesige Kalisalzlagerstätte. Diese Entdeckung war der Startschuss zur Gründung des größten Bergwerks in Süddeutschland mit drei Stollen von bis zu 1.100m Tiefe. Unter Tage arbeiteten ununterbrochen Bergarbeiter und aus wohl jeder Ortschaft im Markgräflerland war jemand beim wichtigsten Arbeitgeber der Region tätig. 17 Millionen Tonnen Rohsalz förderten die Kumpel in der 50jährigen Geschichte des Unternehmens. Von der Bergbauzeit zeugt heute noch der von weitem sichtbare „Monte Kalino“, der Kaliberg, der heute mit Gras bewachsen ist und sogar ein Biotop birgt. Auch die Werkskantine, das Verwaltungsgebäude und einige Wohnhäuser sind noch erhalten. Der bis heute bestehende Bergmannsverein Buggingen setzt es sich zum Ziel, die bergmännische Tradition des Kalisalzbergwerks aufrecht zu erhalten und betreibt heute ein Museum und einen Schaustollen. Diesen konnte der Verein 2001 erwerben und hat ihn seitdem wieder gangbar gemacht. Im Stollen mit seinen Holzgerüsten, der schwachen Beleuchtung und den Grubengleisen lernen die Besucher viel über den hiesigen Salzbergbau, der hier vor noch gar nicht allzu langer Zeit sein Ende genommen hat.

Schon die Steinzeitmenschen bauten im heutigen Sulzburg Hämatit ab


Doch die Geschichte des Bergbaus im Markgräflerland reicht weit vor das Industriezeitalter. Schon die Steinzeitmenschen bauten im heutigen Sulzburg Hämatit ab, das als roter Farbstoff und für kultische Zwecke genutzt wurde. Der Hämatitbergbau im südlichen Schwarzwald gilt damit als der älteste nachgewiesene Untertagebergbau und als Anfang der organisierten bergmännischen Gewinnung von Rohstoffen. Sein Beginn wird auf 5.500 vor Christus datiert. Auf die Steinzeitmenschen folgten die Kelten, die hier Eisenerze gewannen. Die Römer spezialisierten sich hier auf Blei-, Silber- und Eisenerzbergbau. Sie gruben die ersten Stollen im Schwarzwald. Im Mittelalter dann verhalf der reiche Boden der Stadt Sulzburg zu Reichtum. Mit dem hier gewonnen Silber wurden die damals herrschenden Herzöge von Zähringen zum einflussreichsten Herrschergeschlecht am Oberrhein. Sulzburg wurde zum Inbegriff des Bergbaus. Darauf lässt auch sein Wappen schließen, das als ältestes deutsches Stadtwappen mit Bergbaubezug gilt und seit 1283 einen Engel, der dem Bergmann den Weg zum Erz weist, zeigt. Zum Beginn des 16. Jahrhunderts jedoch kam der Bergbau vollständig zum Erliegen und wurde erst zur Zeit der Industrialisierung wieder aufgenommen. Doch in Sulzburg verliefen die Arbeiten nicht rentabel und so endete die Geschichte des Bergbaus in Sulzburg im 19. Jahrhundert mit der Schließung der Grube Riester.

Wertvoller Kalksandstein aus Pfaffenweiler für das Freiburger Münster


Einige Kilometer nördlich von Sulzburg, in Pfaffenweiler, zeugen im Museum „Historische Steinbrüche Pfaffenweiler“ von der Bedeutung der Ortschaft als Lieferant von wertvollem Kalksandstein. Im Freiburger Münster, zum Beispiel, wurden Steine aus Pfaffenweiler verbaut. Über Jahrhunderte hinweg brachen die Markgräfler in den zehn Steinbrüchen Steine, bis sie die Arbeit im 20. Jahrhundert ihr Ende niedergelegten. Die schroffen, steil in die luftragenden hellen Steinmassive sind heute noch eine Reise wert und zeugen von der mühevollen Arbeit, mit der in Pfaffenweiler das Handwerk des Steinmetzes betrieben wurde.

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Beitrag: Historische Gebäude im Markgräflerland
Verzeichnis: Museen im Markgräflerland und im Umland
Verzeichnis: Besucherbergwerke im Markgräflerland und im Umland

Externe Links zum Thema:
www.kandern.de
www.brauchtumsseiten.de
www.markgraefler-museum.de
www.buggingen.de
www.sulzburg.de
www.pfaffenweiler.de

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Bildnachweis (nach Reihenfolge): (1-4) © Dirk Dölker - art-box media
Autor: Geschrieben von: Ruth Müller PDF Drucken Diese Seite empfehlen Zum Seitenanfang zurück

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