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Küche - Kunst - Natur: Ein Dreiklang von höchster Harmonie - Das Restaurant Jägerhaus in Egerten

„Sydney!“ - Wenn Jolanda Wermuth in das dichte Grün des Gartens hineinruft, dauert es meist eine kleine Weile, bis er dann herangewatschelt kommt, der schwarze Schwan. Selbstbewusst plustert er das Gefieder und lässt sich von allen Seiten bewundern. Er ist benannt nach der australischen Großstadt als Reminiszenz an die familiären Wurzeln in Down Under, wo Jolanda Wermuths Mutter, Tiffany Buckingham-Wermuth herstammt. Ein weiterer Strang der Familiengeschichte führt zu dem Maler Max Böhlen, der hier oben am äußersten Rand des Wollbacher Ortsteils Egerten seit 1939 bis zu seinem Tod 1971 gelebt und gearbeitet hat. Dass auch die Öffentlichkeit Bekanntschaft mit dieser großartigen Familie und ihrer facettenreichen Geschichte machen kann, liegt am „Jägerhaus“, dem 1988 von Christoph Wermuth, dem Vater der jetzigen Inhaberin, eröffneten Restaurant.

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Max Böhlen hatte das Anwesen 1939 gekauft, damals war es wirklich ein Jägerhaus. Sein Sohn Andreas und dessen Bruder führten später dort ab 1965 eine kleine Gastronomie für Wanderer. Nachdem Christoph Wermuth seine Gäste mit australischen und südseeischen Leckerbissen entzückt hatte, setzt seine Tochter jetzt mehr auf regional und saisonal, ohne jedoch auf den einen oder anderen australisch-angelsächsischen Akzent zu verzichten. Ganz wichtig ist ihr die Unterstützung der kleinen, qualitätsbewussten Erzeugerbetriebe, je kürzer die Wege der Ware, umso besser.

wohin-2016-12-718-webZusammen mit Küchenchefin Melanie Guttwein entwirft sie die Menüs und Gerichte, die die Gäste durch die Jahreszeiten begleiten. Im Herbst kann das eine Wildconsommé mit Knödeln von der Moosbeere sein, gefolgt von einem Kalbsrücken-Medaillon gefüllt mit einer Farce aus Waldpilzen mit Marsala-Jus, Rosenkohl und Pommes Dauphine. Nach dem Käsegang lockt eine Haselnuss-Mousse mit geliertem Brombeersüppchen und Florentinern.

Australisch kommt das Lamm mit Minzsoße daher, die würzige Paste bereitet Melanie Guttwein aus mehreren Minzesorten selbst zu, die sie im weitläufigen Garten erntet.

Und auch die Pie-Floater-Soup, ein Erbsensüppchen mit Minze, auf dem kleine Pies – die angelsächsische Version der herzhaften Pastete - schwimmen, ist ein Gruß von der Südhalbkugel.

wohin-2016-12-720-webAuch Vegetarier werden im „Jägerhaus“ glücklich: Statt allein gelassener Beilagen bekommen sie zum Beispiel Kürbisgnocchi mit Frischkäse-Sahnesoße vorgesetzt oder einen Pilzstrudel. Wenn es auf Weihnachten zugeht, soll Ente à l‘ orange auf der Karte stehen, sagt Köchin Guttwein. Als Dessert könnte sie sich ein Cremeeis von der weißen Schokolade mit selbst eingelegten Rumfrüchten vorstellen...

Ein Gartenparadies am Waldrand


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Der Garten am Jägerhaus ist eigentlich ein riesiger Park, der bis ans Ende des Tales reicht, wo die dunklen Wälder beginnen. Er wurde angelegt von Andreas Böhlen, dem Sohn des Malers, der Landschaftsgärtner geworden war. Nicht weniger als 18 Teiche, gespeist vom Quellwasser aus dem Blauenmassiv, verstecken sich in dem weiten Wiesengrund, auch ein Trüppchen Enten lebt hier und lässt sich mal da und mal dort blicken. Hinten im Park steht die Sonne, als erste Station des Wollbacher Planetenwegs. Über 200 Rosenstöcke duften im Sommer um die Wette, ein Paradies im englischen Stil, das seinesgleichen sucht, umrahmt von dichten Wäldern. Und wenn das Wetter mitmacht, können die Gäste mittendrin sitzen. Jetzt in der kalten Jahreszeit machen sie es sich gerne an dem großen Ofen gemütlich, in dem man das Feuer brennen sieht, und genießen den Blick ins Grüne durch die Panoramafenster.

wohin-2016-12-719-webUm auch die jüngere Generation für den Genuss eines mit Sorgfalt und Können zubereiteten Essens zu gewinnen, haben sich die beiden Gastgeberinnen das „Double P(l)ay Menü“ einfallen lassen, ein Angebot an „Verliebte und Feinschmecker unter 30“, ein dreigängiges Überraschungsmenü mit Wein, Mineralwasser und Kaffee oder Espresso für zusammen 88,- EUR. Bei der Anmeldung werden mögliche Allergien oder besondere Vorlieben der Gäste aufgenommen.

Und was ist mit der Kunst? Wer etwas von den rund 3500 Bildern aus dem Nachlass von Max Böhlen sehen möchte, kann sich im angegliederten Museum umschauen, zu dem die ehemaligen Wohnräume des Malers umgestaltet wurden. Wer mehr wissen will - und dieses Bedürfnis kommt beim Anschauen ganz schnell - fragt nach Andreas Böhlen, der auch kurzfristig für einen geführten Rundgang durch die Welt eines außergewöhnlichen Malers zur Verfügung steht. Sogar zwischen den Gängen eines Menüs, wenn man das mit den Gastgeberinnen abspricht. Küche-Kunst-Natur ist im Jägerhaus nicht nur eine Floskel, sondern ein unvergessliches Gesamterlebnis.

Text/Fotos: Dorothee Philipp


Allgemeine Informationen zum Restaurant Jägerhaus


Restaurant Jägerhaus
Wollbacher Straße 28 (östlicher Ortsrand), Kandern-Egerten
Tel. 07626 / 8715 | www.restaurant-jaegerhaus.de

Öffnungszeiten: Do - Sa, ab 18.30 Uhr / So, ab 12 Uhr | Reservierung empfohlen
 Dieser Beitrag sowie sämtliche Bilder wurden uns von unserem Medienpartner TS Verlag zur Verfügung gestellt. Die aktuelle Ausgabe des Monatsmagazins "Wohin im Markgräflerland", in dem auch dieser Artikel erschienen ist, können Sie als PDF online einsehen. Klicken Sie hierzu einfach auf das Logo oder klicken Sie hier.

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Bild(er) zur Verfügung gestellt von: TS Verlag Neuenburg (Fotos: Dorothee Philipp)
Donnerstag, den 02. März 2017 um 13:34 Uhr | Wohin im Markgräflerland

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